Hochsensible Menschen und die nonverbale Kommunikation:


 

Eine ausgeprägte Eigenschaft von hochsensiblen Menschen ist, dass sie Stimmungen spüren und das oft so fein, dass man manchmal sehr überrascht ist, was da erspürt werden kann. Es könnte fast schon als „Gedankenlesen“ bezeichnet werden, vor allem, wenn sich zwei Menschen – zum Beispiel in einer Partnerschaft – gut kennen.


Das ist oft von Vorteil und es vergrößert Nähe und Verbindung. Jedenfalls dann, wenn es erwünscht ist. Es kommt aber auch immer wieder vor, dass es Meinungsverschiedenheiten oder Unstimmigkeiten in Partnerschaften gibt. Dann ist die Fähigkeit des Spürens eher negativ. Weil dann die Einfühlung in den Anderen nicht mehr funktioniert und man sich oft einbildet, Dinge zu spüren, die der Andere gar nicht meint oder anders meint. Kurz: wir machen uns selbst mehr Stress als nötig, weil wir dem Anderen in einer angespannten Lage Gedankengänge unterstellen, die so wie wir denken, nicht existieren oder anders sind.


Hier wäre es hilfreich, wenn man sich darauf besinnt, das man sich zwar gut in jemanden hineinversetzen kann und empathisch ist, dass aber immer auch die sehr wahrscheinliche Möglichkeit besteht, dass man mit seinem Gefühl daneben liegt. Solange alles gut läuft, fällt das nicht auf. Dann hat man sich eben vertan. Ist man emotional angespannt, wirkt es sich negativ aus, das heißt, die Anspannung wird noch größer und verstärkt das schlechte Gefühl auch noch.


Was tun? Am besten versuchen sich in einer solchen Situation zu vergegenwärtigen, dass man eben doch nicht alles weiß und dass man auch seine eigenen Bilder und Vorstellungen in die Interpretationen hineinbringt. Und dass das in diesem Moment vielleicht nicht gut ist. Also nachfragen: „wie hast du das gemeint?“, „was denkst du gerade?“ Damit auch im Streit Klarheit geschaffen werden kann und sich nicht die ganze Auseinandersetzung in Themen verliert, die gar nicht relevant sind und eigentlich am Kern der Sache vorbei laufen.


Also trotz „Feinspürer-Fähigkeiten“ bei Unklarheiten ruhig mal nachfragen. Es hilft ja auch bei der eigenen Einschätzung des anderen Menschen, man lernt Neues von ihm und es entspannt „komische“ Situationen durch Klarheit.

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