Was ist Hochsensibilität ?

 

 Sehen Sie sich das Bild an!

 

Herbstlaub, ziemlich wenig Kontrast im Bild. So würde ein Mensch urteilen, der nicht hochsensibel ist. Wir hingegen nehmen wahr, dass es sich um einen grauen Herbsttag handeln muss, dass es trocken ist, dass es sich um Ahorn handelt, wir sehen die vielen verschiedenen Farben, die Abstufungen, die Formen der Blätter, groß, klein, mittel, glatt, gewellt, zerknittert, wir sehen die Fraßspuren von Insekten, wir sehen den Boden und wir meinen den Geruch des Laubes in der Nase zu haben......

 

Das ist Hochsensibilität.

 

Und es beschränkt sich nicht nur auf das Bild, bei dem wir uns jetzt Mühe gegeben haben, um alle Nuancen sehen zu können. Wir "ticken" immer so. Egal ob es sich um ein Bild handelt, den Besuch einer Veranstaltung, der Weg zur Arbeit oder das Fernsehen. Hochsensible Menschen sind ständig einer Flut von Eindrücken ausgesetzt. Der Eine mehr, der Andere weniger. Manche können es gut verarbeiten, manche werden dann schnell müde und gereizt und brauchen Rückzug.

 

Hochsensible Menschen haben eine verstärkte Reizaufnahme. Es betrifft meistens alle Sinne: hören, fühlen, riechen, schmecken, sehen. Viele haben Allergien gegen Umwelteinflüsse (Nahrung, Strahlung,...). Die meisten haben eine starke Empathie, können sich leicht in Andere einfühlen.

 

Die Ursachen sind noch nicht geklärt, es wird geforscht, was auch der Grund für die momentane Aufmerksamkeit für dieses Thema ist. Defizitorientierte Menschen vermuten einen Defekt in der Filterfähigkeit des Hippocampus. Optimistische Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine vermehrte Sensitivität ein Überlebensfaktor in der Evolution darstellte und daher die Sinnesreize anders aufgenommen wurden.

 

Tatsache ist - und das betone ich immer wieder - dass hochsensible Menschen sich nicht als krank empfinden sollten und dass eine hohe Sensivitität ein Geschenk des Lebens ist. Allein der Umgang damit, die Erwartungen und das "Sich-erkennen" sind die Eckpunkte zu einem zufriedenen Leben.

 


"Je mehr wir uns bemühen, es zu verleugnen, desto stärker macht es sich unangenehm bemerkbar"

(Zitat eines Klienten)